Historischer Ratssaal – Vielversprechende literarische Begegnung am Internationalen Roma-Tag mit der „größten Minderheit Europas“

Schwetzinger Zeitung, 1. April 2022

Mehrere Autoren geben Sinti und Roma eine Stimme

Von zg

Speyer. Literarische Begegnung am Internationalen Roma-Tag, Freitag, 8. April, finden ab 19 Uhr im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer statt.

Aus Anlass des Gedenktages lädt die Autorengruppe „Spira“ des Literarischen Vereins der Pfalz zu einem Abend mit Texten von Sinti und Roma sowie eigenen Beiträgen ein. Ehrengast ist Ilona Lagrene, Vorstandsmitglied des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma.

Die Leiterin der Sektion Speyer des Literarischen Vereins, Sonja Viola Senghaus, und weitere Mitglieder der Autorengruppe – Dawn Anne Dister, Eva-Constanze Gröger, Susanna Hedrich, Marie Christiane Kornmann, Sneana Laziæ, Ulrich Bunjes – geben der „größten Minderheit Europas“ eine Stimme und beschäftigen sich mit der Erfahrung von Fremdheit, Ausgrenzung und Verfolgung. Das Motto des Abends greift den Titel einer Rede auf, durch die der Literaturnobelpreisträger Günter Grass im Jahr 2000 auf die verzweifelte Lage von Sinti und Roma aufmerksam gemacht hat.

Der Abend wird musikalisch gestaltet von István Kuruc (Violine) und Martina Cukrov Jarrett (am Flügel). Die Veranstaltung findet im historischen Ratssaal, statt. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintrit kostet 10 Euro an der Abendkasse – ermäßigt 8 Euro. Es gelten die am Veranstaltungstag anwendbaren Corona-Regeln des Landes Rheinland-Pfalz.

Der Internationale Roma-Tag ist ein weltweiter Aktionstag, mit dem auf die Diskriminierung und Verfolgung der Roma aufmerksam gemacht und zugleich die Kultur dieser ethnischen Minderheit gefeiert werden soll. Das Datum erinnert an den Ersten Welt-Roma-Kongress, der 1971 nahe London stattfand. zg

Zwischen Tag und Traum – Konzertlesung Speyer

Buchvorstellung und Konzertlesung am 24.11.2021 im historischen Ratssaal in Speyer
Lyrik:  Sonja Viola Senghaus
Piano: Rolf Verres

> zum Presseartikel der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung vom 26.11.2021 „Wenige Worte entführen in Schwebezustand“ von Daniela Geis, Fotografien: Klaus Venus

> zum Presseartikel der RHEINPFALZ vom 27.11.2021 „Fantasien und Träume“ von Monika Neustädter, Fotografien: SVDE/FREI, SVSE/FREI

> zur Bildergalerie

Was uns trägt – Poesie und Musik in Krisenzeiten

Freitag 12.11.2021, 19:30 Uhr Hilde-Domin-Saal, Stadtbücherei, Poststraße 15, 69115 Heidelberg und Sonntag, 14.11.2021, 11:00 Uhr, GEDOK Galerie, Römerstraße 22, 69115 Heidelberg

Corona-Pandemie, schwere Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes, Tod eines  geliebten Menschen: Krisen betreffen uns als gesamte Gesellschaft oder ganz persönlich, sind Bestandteil unseres Lebens. Ein Leben ohne Krisen gibt es nicht. Was trägt mich in solchen Zeiten?

Zu dieser Frage präsentieren die Autorinnen der GEDOK Heidelberg in zwei Lesungen eigene Prosa und Lyrik – musikalisch begleitet von Almut Werner, Blockflöten, und Johannes Vogt, Laute/Theorbe.

Vorstellung I

Freitag 12.11.2021: Literatur: Adriana Carcu, Barbara Imgrund, Heide-Marie Lauterer, Gerhild Michel, Sonja Viola Senghaus; Moderation: Dorothea Paschen; Musik Almut Werner & Johannes Vogt.

Vorstellung II

Sonntag, 14.11.2021: Literatur: Marlene Bach, Juliane Sophie Kayser, Claudia Schmid, Marion Tauschwitz; Moderation: Marion Tauschwitz; Musik: Almut Werner.

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.
Die Veranstaltungen können unabhängig voneinander besucht werden.

> Flyer herunterladen

Das Projekt „Was uns trägt“ wurde gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kunst und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.
Alle erforderlichen Hygienemaßnahmen werden eingehalten. Zur aktuellen Corona-Verordnung beachten Sie bitte die Hinweise auf www.gedok-heidelberg.de

Zwischen Tag und Traum

Schwebezustand zwischen Klang und (T)Raum

Konzertlesung mit Sonja Viola Senghaus und Rolf Verres

wit. Welche Kombination. Eingängige, kurze, trotzdem nachdenklich und melancholisch stimmende Gedichte. Dazu passende, ebenso virtuose wie empfindsame Piano-Klänge. Das alles dargeboten von zwei Könnern ihrer Genres in der Heidelberger Stadtbücherei. Die Lyrikerin Sonja Viola Senghaus aus Speyer und der in Wilhelmsfeld lebende Pianist Rolf Verres versetzten die Zuhörer im Hilde-Domin-Saal der Bibliothek in einen entspannten Schwebezustand. Angesiedelt war das Ganze irgendwo in einer eigenen Welt „Zwischen
Tag und Traum“, so der Titel von Senghaus‘ Lyrikband – oder auch zwischen Klang und Raum.

Es ist faszinierend, wie es Sonja Viola Senghaus in ihrem Gedichtband immer wieder versteht, mit wenigen Worten Bilder zu zeichnen, in denen der Tag in die Nacht übergeht und dabei ansatzlos hinübergleitet in eine andere Welt, die in Schlaf und Traum mündet. Es sind Sprachbilder, die einladen zur Meditation und inneren Einkehr. In Rolf Verres hat die Dichterin einen Gegenpart gefunden, der diese Empfindungen maßgeschneidert in Musik umsetzt – und dabei mit seinen Improvisationen am Piano zusätzlich in eine eigene Welt führt.

In der Stadtbücherei wurde dieses Zusammenspiel zu einer Melange aus Wort und Ton, wie man sie sich eindringlicher nicht hätte wünschen können. Die meisten Zuhörer entschwebten bereits nach kurzer Zeit in diesen Raum zwischen Tag und Nacht, schlossen die Augen und ließen sich einfach dahingleiten.

Schade, dass die Konzertlesung, die von der GEDOK Heidelberg in Kooperation mit der Stadtbücherei veranstaltet wurde, bereits nach einer knappen Stunde vorbei war. Gerne hätte man dem Schwebezustand zwischen Klang und (T)Raum länger gelauscht.

Info: Wiederholung am 24. November, 19 Uhr, im Historischen Ratssaal Speyer

Rhein-Neckar-Zeitung, Feuilleton, 2. November 2021

Hier ein kurzer Vorgeschmack (Videomitschnitt aus der Veranstaltung vom 29.10.2021):

Peer Gynt und Pippi Langstrumpf

Speyerer Rundschau vom 21.09.2021

Konzertlesung „Tanzende Nordlichter“ zum Rheinland-Pfälzischen Kultursommer im Historischen Ratssaal

Die Speyerer Autorengruppe „Spira“ und Pianist Werner Heinrich Schmitt haben mit ihrer Konzertlesung im Historischen Ratssaal einen Glanzpunkt gesetzt. „Tanzende Nordlichter“ standen unter der Überschrift des Kultursommers Rheinland-Pfalz „Kompass Europa: Nordlichter“ auf dem Programm. Selma Lagerlöf, Astrid Lindgren, Henrik Ibsen, Björn Björnsen, Edvard Grieg, Abba: Die literarische und musikalische Auswahl ist folgerichtig und überraschend zugleich.

Die Autoren setzen den Literatur-Nobelpreisträgern ihr eigenes Denkmal, Schmitt passt sein Klavierspiel den Texten an. Grieg, der norwegische Komponist, nimmt viel Raum ein. Die von Schmitt interpretierte Morgenstimmung aus der Peer-Gynt-Suite erfüllt den gut besetzten Historischen Ratssaal zur Begrüßung, der „Zug der Trolle“ und „Kobold“ umrahmen Ulrike Grömlings Märchen. Die Speyerer Autorin beginnt ihre Lesung wie weiland die Brüder Grimm mit „es war einmal…“ und endet in der Pfalz bei der Liebe des Trolls zur Elwetritsche. Zuvor lässt Autorin Dawn Dister in ihrem Spitzbergen-Zyklus die Polarlichter tanzen, strahlen, leuchten. „Das Firmament steht in Flammen“, liest sie voller Leidenschaft für die Farben und der alles erfüllenden Stille des Nordens vor der Schneeschmelze. „Vertrauen ist Leichtsinn“, rät Dister dem Polarfuchs zur Vorsicht vor den Damen, die ihn in der Oper über ihren Schultern tragen wollen. Autor Ulrich Bunjes widmet seine Geschichte „Harry“, einem nordischen Ermittler, den es zu „Wein am Dom“ in Speyer führt. Am Ende ist sein Fall gelöst und Harry hat viel über Pfälzer Schorle gelernt. Margit Kraus liest Verse aus Björnsens „Sonnenscheinlied“, Schmitt spielt dazu die von dem Dichter 1859 verfasste norwegische Nationalhymne in Variationen bewegend.

Sonja Viola Senghaus wendet sich Ibsens berühmten Schauspiel in drei Akten „Nora oder ein Puppenheim“ zu und damit der von den Männern zugedachte Rolle der Frau am Ende des 19. Jahrhunderts. „Leider muss es heute noch Frauenhäuser geben“, kritisiert die Autorin die noch immer für manche Männer geltende Überzeugung, Frauen seien ihr Eigentum. Senghaus‘ lyrische Auseinandersetzung erzählt davon. Was könnte besser zur Thematik passen als Griegs „Solvejgs Lied“? Schmitt spielt es eindrucksvoll.

Am Ende der Lesung steht Astrid Lindgren. Nicht „Kinder aus Büllerbü“ oder „Pippi Langstrumpf“. Eva-Constanze Gröger hat für ihre Hommage an die weltberühmte Schriftstellerin die Rede ausgewählt, die Lindgren zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978 in Frankfurt gehalten hat. „Ihre Bücher sind Vermächtnisse“, betont Gröger. Sie will aber Lindgrens Verdienste um Menschen-, Kinder- und Tierrechte nicht schmälern. „Niemals Gewalt“, habe die Dichterin vor mehr als 40 Jahren in Frankfurt ausgerufen und das noch damals angewandte Erziehungsmodell „Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben“ in einem eindrucksvollen literarischen Beispiel angeprangert. „Es ist unsere Pflicht, die Welt zu einer besseren zu machen“, sagt Gröger und spricht ihrer verehrten Schriftstellerin aus dem Herzen. Abbas „Angel Eyes“ spielt Schmitt zum krönenden Abschluss der vom Literarischen Vereins der Pfalz veranstalteten Konzertlesung.

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„… die uns Helfer waren in der Not“

Internationale Wochen gegen Rassismus

Lesung via ZOOM-Meeting

Freitag, 19. März 2021, 20:15 Uhr, virtuell als Zoom-Meeting

Gemeinschaftsprojekt von Dr. Norbert Giovannini (ehem. Fachleiter für Lehrerbildung, Dozent an der PH Heidelberg) und der GEDOK Heidelberg zu den Internationalen Wochen
gegen den Rassismus

Aus dem von Norbert Giovannini herausgegebenen Buch „Stille Helfer“ stellen GEDOK-Literatinnen und Darstellende Künstlerinnen widerständige Heidelberger Frauen vor, die mit Mut und Selbstbewusstsein dem Nazi-Terror trotzten und den Verfolgten wirksame Hilfe leisteten.  

Mit: Dr. Norbert Giovannini, Adriana Carcu, Heide-Marie Lauterer, Gerhild Michel,
Dorothea Paschen, Sonja-Viola Senghaus, Marion Tauschwitz, Helga Karola Wolf.

Integrationsschreibpreis StadtLesen 2020

Migration StadtLesen 2020
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„Grenzen überwinden“ –
Schreibwettbewerb zum Thema Flucht und Migration für Menschen mit oder ohne Flucht- und Migrationshintergrund, für Jung und Alt. Erzählen der eigenen Perspektive, Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen durch Grenzübertritte oder durch die Begegnung mit Migranten und Geflüchteten.
Der Schreibwettbewerb fand im Zuge des Leseförder- und Kulturprojektes „StadtLesen 2020“ statt und wurde in jeder StadtLesenStadt Europas ausgelobt.

Veranstalter:  Innovationswerkstatt Sebastian Mettler, Neutorstr. 33,
5020 Salzburg,  Österreich.

„Integrationsschreibpreis StadtLesen 2020“ weiterlesen

An einem Tag wie heute

Sonnenbespielt
beginnt mein Tag

doch in den Wolken
lautert Regengetümmel

in der launigen Luft
haust ein Ungeheuer

besetzt die Welt
mit fiesen Keimen

Ich bleib allein
und harre

hin zum neuen Tag

Sonja Viola Senghaus
1. Mai 2020