„Rem-Phase Master-Cut“

REM-Phase

Traum-Anthologie der Edition elf
ausgewählt von Stefan Heuer und Dirk Strauch
Edition Elf, Burgdorf, 2002
5,90 Euro

Zu diesem Buch:

Phänomen Traum – „Dem Leben verbunden bleibt der Traum, um vorübergehend der Realität zu entkommen. Die Härte bleibt steckt in Angstträumen vor Terror, vor einem Einbruch, vom Flugzeugabsturz. Die Hoffnung, durch schwerelose Fähigkeiten sich raum- und zeitlos zu bewegen, die Gewalt von übermannenden Gefühlen und sich im Nebel der Erinnerungen zu bewegen… oder halbwaches Wegträumen vom Winter zur Sonne, aus der Einsamkeit in die Liebe, aus dem Alltag heraus zum Erfolg, dem Gang zum Wettbüro, die Spekulation mit dem Traum vom Füllhorn Fortunas, dem Goldregen, dem nie mehr Aschenputtel sein … Traumoasen scheinbaren Nirwanas.“ (aus dem Vorwort von Willi Volka)

Autorinnen und Autoren:

Manfred Ach – Maarita Anri – Jürgen Bühner – Annemarie Buntrock – Ernst Eliasch Deuker – Uta Franck – Stefan Heuer – Boris Hoge – Friedhelm Lävenich – Timothy McNeal – Frank Milautzcki – Uwe Nickel – Antje Paehler – Waltraud Rohrmoser – Karl-Heinz Schreiber – Kai Schubert – Christa Schyboll – Sonja Viola Senghaus – Johanna Vedral – Järg Wienhäwer

Enthaltene Gedichte:

„Erinnerungsschluss“

Rot trifft Blau

lyrik & prosa
bibliothek (neuer) Autoren
Herausgeber: Elmar Ferber
ferber-verlag, Köln, 2002
ISBN 3-931918-07-6
EUR 12,-

Zu diesem Buch:
„Schon die alten Griechen wussten, dass Farben eine Wirkung auf die Seele haben. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass sich aus der Farbwahl Rückschlüsse auf die seelische Verfassung ziehen lassen. In diesem Lyrik- und Prosaband geht es zwar um Farben. aber deshalb handelt es sich nicht um einen Farbentest. Offensichtlich dominiert die Farbe Blau die übrigen Farben, wie viele Lyrikbände beweisen. Wie dem auch sei, die Farbe Blau verdient eine starke Gegenfarbe, und das ist Rot. Deshalb widmen wir diesem Lyrik- und Prosaband den Farben Rot und Blau.“ (aus dem Vorwort des Herausgebers Elmar Ferber)

Autorinnen und Autoren:

Isolde Ahr – Freya Bielefeld – Kurt Bott – Marianne Bruns – Monika Demange –   Eva Duwe –  Marita Franken – Artur K. Führer – Sarah-Ilana Funken – Judith Gröger – Patric Hemgesberg – Dieter König – Eila Kratz – Susanne Lülsdorf – Erika Maaßen   –   Ruth Meier –  Peter Michalski – Paul Pfeffer – Verena Raupach – Waltraud Rohrmoser – Sonja Viola Senghaus – Birgitta Sigfridson – Serap Tamer – Willi Volka – Kristin Winter – Armin Zastrow

Enthaltene Gedichte:

„Lichtwärts“, „Lichtwort“, „Alte Liebe“, „Reisegepäck“

„Bücherwurm“ – Neuerscheinungen aus der Region Rhein-Neckar/Saar-Pfalz, Ausgabe 2/2002 (Klaus Haag)

„Bücherwurm“, Ausgabe 2/2002, 10. Jahrgang

Neuerscheinungen aus der Region
Rhein–Neckar/Saar–Pfalz
Hrsg.C&C Verlag, Schifferstadt,
Redaktion Claus Jürgen Müller

„Licht–Flügel–Schatten“

Gedichte mit Bildern
von Dorette Polnauer
Speyer, 2002,
Marsilius-Verlag, 113 Seiten

Die im kurpfälzisch-badischen Neulußheim arbeitende Autorin stellt mit dem Lyrikzyklus „Licht–Flügel–Schatten“ ihre erste selbständige Buchveröffentlichung in einem Verlagshaus vor. Zuvor erschienen ein Privatdruck und Beiträge in Anthologien, die bereits auf ihr dichterisches Talent hnwiesen. Wie der Titel selbst indiziert, enthält das graphisch hervorragend von Buchgestalter Markus Adam ausgestattete Werk in Fadenbindung mit Lesebändchen drei thematische Abteilungen und insgesamt 72 kurze Gedichte, die zusammen mit den farbigen Abbildungen ästhetischen Genuß für Lyrik– und Kunstfreunde versprechen. Die versammelten Gedichte haben in ihrer Kürze stilistische Prägnanz und häufig thematisch zugespitzten, bisweilen aphoristischen Charakter, handeln vor allem von Gefühlen gegenüber der Umwelt (Mensch und Natur), gesellschaftlichen Ereignissen oder persönlichen Entwsicklungen der Verfasserin, transponieren ihren begrifflichen „Alltag“ jedoch in sprachliche Fügungen, die Allgemeineres beanspruchen. Das Gedicht „Erinnerung“ mag hier Beispiel sein: „Wer/schützt mich/vor dem Labyrinth/in mir. Wer zieht Grenzen/ zwischen Gestern und Morgen. /Wer geht unbefestigte Pfade./Ich. Wäre da nicht die/verwitterte Bank/ am Ende des Parks.“ Ein Buch, das sich nicht nur im Regal hübsch macht, sondern auch zur Nachdenklichkeit anregt.

Dr. Klaus Haag

Gedicht „Alte Liebe“ in: Dulzinea, Ausgabe Nr. 2/2002

DULZINEA, Zeitschrift für Lyrik und Bild, Ausgabe Nr. 2/2002, ISSN 1618-470X (Auflage: 500 Exemplare, ausverkauft)

Schwerpunktthema: moderne Liebeslyrik
Inhalt: 26 Gedichte (lyrische Prosa) + 20 Haiku / Senryû + 4 x Malerei

Alte Liebe

Brüchig
das eingespannte
Blatt Papier
in der Maschine

Unleserlich
die zu oft bewegte
Type im Anschlag
der Tastatur

Dulzinea Nutzlos die rote Schrift
des zerrissenem
Farbbands

Was bleibt
außer dem Staub
am Zeilenende

(Sonja Viola Senghaus)

„Freiräume“

Gedichte und Grafiken
Eigenverlag
3. Auflage 2001

Zu diesem Buch:
„Das Gedicht ist zur Ruhe gekommene Unruhe.“

So beschreibt Hermann Hesse den Seelenzustand, in dem sich jeder Dichtende solange befindet, bis das Wort seinen endgültigen Platz gefunden hat. „Eine innere Spannung geht immer der Entstehung eines Gedichtes voraus. Das Schreiben ist häufig Reflexion auf das direkte Umfeld. Worte zu schöpfen, die den Raum der Seele ganz und gar einnehmen, bedarf es und der Kunst des Streichens von Worten, die am Schlusse unnötig und überflüssig erscheinen.“
(aus dem Vorwort der Autorin)

Fröhliche Weihnachten

Fröhliche Weihnachten

Geschichten, Gedichte und Rezepte zum Schmökern, Schmunzeln und Genießen

Schmöker-Verlag
Hrsg. Christine Bienert
90823 Garbsen
ISBN 3-9809142-4-0
9,90 EURO

Zu diesem Buch:

Fröhliche Weihnachten

… ist das Motto dieser weihnachtlichen „Schmöker“-Mischung, die mit amüsanten und spannenden Geschichten sowie besinnlicher Lyrik zu unterhaltsamen Lese- und Vorlesestunden einlädt. Leckere Rezepte ergänzen die Texte und regen zum Ausprobieren an.

Enthaltene Gedichte:

„Weihnachtsglück“

Einführungsrede von Helga Paas-Baumann anlässlich der Vernissage und Buchvorstellung „Farbenfrohe Freiräume“, Bezirkssparkasse Hockenheim, 8. März 2000

Wir versammeln uns hier, vielleicht neugierig geworden, um die Gedichte – von Sonja Senghaus vorgelesen – zu hören. Sie liegen uns jetzt auch sehr schön als kleines Büchlein vor zum mitlesen, oder hinterher lesen. Und ich kann ihnen versichern, daß jede Frau sich irgendwo darin selbst finden wird.

Gedichte schreibt Sonja Senghaus schon seit sie denken kann. In Kindheit und Jugend als Träumerin verkannt oder abgetan, hat sie doch nie aufgehört, diesem inneren Ruf zu folgen. Literatur war ihr immer schon ein großes Anliegen. Bücher waren die Seelennahrung und durch das eigene Schreiben bekam diese dürstende, nie genug kriegende Seele eine Stimme. Sie meldete sich zu Wort, so oft man sie rief. Als Liebesbotin z.B. Gedichte wurden während der Schulzeit regelrecht bestellt. Später wurde diese Begabung zum Ausdruck inneren Erlebens. Im Vorwort ihres Gedichtbandes beschreibt die Autorin sehr genau ihre Befindlichkeit:

„Eine innere Spannung geht immer der Entstehung eines Gedichtes voraus. Das Schreiben ist häufig Reflexion auf das direkte Umfeld. Worte zu schöpfen, die den Raum der Seele ganz und gar einnehmen, bedarf es und der Kunst des Streichens von Worten, die am Schluss unnötig und überflüssig erscheinen.“

Manche Gedichte werden von der Schreiberin nach Jahren (7) wieder hervorgeholt und sprachlich verändert, von Allgemeinplätzen befreit. Der Inhalt, die Aussage bleibt bestehen, aber die Worte werden reduziert. Dies ist ein Abstraktionsprozess. Aus den“ ungereimten Worten“, die 1992 entstanden sind, bis hin zu den „Freiräumen“ von 1997–99, wird im Gesamtwerk immer mehr die Auseinandersetzung mit der Sprache selbst klar. Es entstehen die berühmten Leerstellen, d. h. ein offener Raum , den jeder mit seinen eigenen Erfahrenswerten ausfüllen kann.

Neben allgemeinen Themen zur Musik, Malerei, zum Wechsel der Jahreszeiten werden wir im vorliegenden Band ein bisschen versteckt zu starken inneren Gefühlen geführt. Das eigentlich Besondere, Subjektive, das Individuelle ist die Wahl der Sprache. Der Ausdruck fällt trotz einer großen Bannbreite der Gefühle, trotz Höhen und Tiefen, Verletzungen und offenen Fragen nie aus dem Rahmen. Darin unterscheidet sie sich von den beiden anderen Protagonistinen, die sie noch liest und in ihrem Buch aufgenommen hat.
Eine starke Harmoniesuche hält alles zusammen. Achten Sie auf die bildhaften Metapher, die selbst in dem Gedicht Depression im tiefsten Grund eine Lebenslust beinhalten. Es wird immer ein Ausweg gesucht und gefunden.

Das Hauptanliegen aber führt uns zu den Freiräumen, zu einem ganz wichtigen Schlüsselthema der modernen Frau, dass uns alle hier angeht mit unseren Doppelbelastungen durch Beruf und Familie. Von Freiräumen ist die Rede, auch von Einsamkeit die, wenn sie ausgehalten wird ebenfalls Freiräume schafft. Die Träume sind wichtig, die in den Alltag integriert werden sollen, obwohl es nicht immer gelingt, und die auch wieder zu Freiräumen werden. Indem die Schreiberin Gedichte verfasst, findet sie zu den Freiräumen ihrer Seele. Sonja Senghaus ist reine Didaktin und macht uns Mut, anstatt Versäumtes anzuklagen, eine Begabung jederzeit auch nachträglich zu verfolgen und aus eigener Kraft hervorzuholen.

Sonja Senghaus wird jetzt noch einige Gedichte von Rose Ausländer lesen, die von 1901–1988 gelebt hat, und von ihren Zeitgenossen Brigitte Lesser und Simone Schenk , da diese befruchtend auf ihre eigene Arbeit als Lyrikerin gewirkt haben. Auch Rose Ausländer hat einzelne Gedichte in einem langen Arbeitsprozess sprachlich verändert. Das Alterswerk zeichnet sich durch Reduktion des sprachlichen Ausdrucks aus und darin wird ihr große Meisterschaft nachgesagt. Aus Brigitte Lessers Gedichten spricht sehr wohl eine tiefe innere Sehnsucht, die jedoch keine Erfüllung findet und sich in Berührungs- und Bindungsängste flüchtet. Der süße Vogel Freiheit spricht hier sehr stark und zuweilen werden ihre Worte sehr deutlich, fast grob wenn man, ja es kann auch Frau sein, zu sehr von ihr Besitz ergreifen will. Ganz ohne Widerspruch mit viel Sachverstand gibt sie sich der Malerei eines unbekannten Künstlers hin, das Gedicht klingt fast wie eine Erlösung – sanft und heiter. Simone Schenk : es sind sehr bildhafte Gedichte. Zuweilen wird der Versuch unternommen, die Worte selbst zu einem graphischen Bild zu gestalten. Simone Schenk spricht von dem eigenen Unbehagen, sich keine Grenzen zu setzen. Grenzenloses Weitergehen macht einsam. Man lässt immer jemanden zurück.

Zum internationalen Frauentag 8.03.2000

Mir obliegt es nun in das Künstlerische Schaffen von Sonja Viola Senghaus einzuführen. Mit der Malerei begann sie in den 80er Jahren und die ausgewählten Bilder sollen eine Entwicklung im malerischen Schaffen der letzten 20 Jahre zeigen. Sowie bei allen künstlerischen Doppelbegabungen stand die Malerei manchmal gleichwertig zur Dichtkunst, manchmal war sie stärker und trat dann zu Gunsten des geschriebenen Wortes auch wieder mehr in den Hintergrund. Dabei muss betont werden, dass das künstlerische Schaffen in beiden Medien immer ein Nischendasein geführt hat, dass das Schreiben und Malen neben dem Brotberuf und neben Familienarbeit in den gestohlenen Stunden stattfand. Aber dort mit um so größerer Intensität.

Zuerst versuchte sich die Malerin in Aquarelltechnik, aber das Zerfließende, dass den Wasserfarben eigen ist kam ihr nicht so entgegen. Akrylfarben mit Mischtechnik, die man sowohl dünn als auch pastos direkt aus der Tube auftragen kann, brachten ihr die gesuchte Konkretheit. Es wird ein inneres Thema abgearbeitet, dass aber erst nach dem Arbeitsprozess erkannt wird. Ein banaler Kaktus verwandelt sich in einen Kobold. Zunächst werden gedeckte Farben verwendet, Grelles wird vermieden. Betrachtet Frau aber das Gesamtwerk, wird sie dann doch wieder von der Leuchtkraft des Gelb, Orange und Blau überrascht. Unter der Oberfläche im Unterbewusstsein sind sehr wohl die grellen Farben vorhanden und bahnen sich im Malprozess ihren Weg. Interessant ist dabei auch, dass der Humor, der Schalk, der Kobold beim Malen, nicht beim Dichten herauskommt, bei den Gedichten stehen ganz andere Anliegen im Vordergrund. Es kommt dazu, dass ein Bild sehr schnell und sehr spontan entsteht. Dann ist es fertig und man kann nichts mehr verändern. Ein Gedicht dagegen wird nach Monaten oder auch Jahren wieder hervorgeholt und stilistisch umgearbeitet.

Sonja Viola Senghaus hat als Autodidaktin immer nach verwandten Seelen Ausschau gehalten. In Emil Nolde findet sie einen Gleichgesinnten. Dabei fallen ihr Ähnlichkeiten erst im Nachhinein auf, beim zufälligen Betrachten eines Werkes. Die Überraschung ist dann um so größer. Nolde ging im Umkreis der Deutschen Expressionisten immer seinen eigenen Weg, war ein Einzelkämpfer im Gegensatz zu den damals üblichen Künstlervereinigungen. Als entarteter Künstler blieb er – was ungewöhnlich war unter Hitlers Regime im Land, in seiner norddeutschen Heimat. Wegen des Malverbots malte er kleinformatige Landschaften, da fiel die Papierbeschaffung nicht so auf, man konnte sie besser verstecken und sie waren selbst bei einer eventuellen Entdeckung auch vom Thema her, unverfänglich. Er wollte unbehelligt überleben, aber ganz ohne Malen ging das nicht.

Die Bilder, die wir uns jetzt anschauen sollen erst einmal für sich sprechen. Sonja Senghaus versteht sich als Freizeitmalerin. Die Betätigung damit haben ihrem Leben eine ganz andere Wende gegeben, haben dem zuweilen in die Banalität abrutschenden Alltag Glanzlichter aufgesetzt. Es ist deshalb ein ganz besonderes Anliegen von ihr, dass sich Frau zum eigenen kreativen Schaffen gleich welcher Art aufgefordert fühlt. Nach dem Motto von Joseph Beuys, einem der wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten unseres Jahrhunderts: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“

(Helga Paas-Baumann)