Zwischen Tag und Traum – Konzertlesung Speyer

Buchvorstellung und Konzertlesung am 24.11.2021 im historischen Ratssaal in Speyer
Lyrik:  Sonja Viola Senghaus
Piano: Rolf Verres

> zum Presseartikel der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung vom 26.11.2021 „Wenige Worte entführen in Schwebezustand“ von Daniela Geis, Fotografien: Klaus Venus

> zum Presseartikel der RHEINPFALZ vom 27.11.2021 „Fantasien und Träume“ von Monika Neustädter, Fotografien: SVDE/FREI, SVSE/FREI

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Zwischen Tag und Traum

Schwebezustand zwischen Klang und (T)Raum

Konzertlesung mit Sonja Viola Senghaus und Rolf Verres

wit. Welche Kombination. Eingängige, kurze, trotzdem nachdenklich und melancholisch stimmende Gedichte. Dazu passende, ebenso virtuose wie empfindsame Piano-Klänge. Das alles dargeboten von zwei Könnern ihrer Genres in der Heidelberger Stadtbücherei. Die Lyrikerin Sonja Viola Senghaus aus Speyer und der in Wilhelmsfeld lebende Pianist Rolf Verres versetzten die Zuhörer im Hilde-Domin-Saal der Bibliothek in einen entspannten Schwebezustand. Angesiedelt war das Ganze irgendwo in einer eigenen Welt „Zwischen
Tag und Traum“, so der Titel von Senghaus‘ Lyrikband – oder auch zwischen Klang und Raum.

Es ist faszinierend, wie es Sonja Viola Senghaus in ihrem Gedichtband immer wieder versteht, mit wenigen Worten Bilder zu zeichnen, in denen der Tag in die Nacht übergeht und dabei ansatzlos hinübergleitet in eine andere Welt, die in Schlaf und Traum mündet. Es sind Sprachbilder, die einladen zur Meditation und inneren Einkehr. In Rolf Verres hat die Dichterin einen Gegenpart gefunden, der diese Empfindungen maßgeschneidert in Musik umsetzt – und dabei mit seinen Improvisationen am Piano zusätzlich in eine eigene Welt führt.

In der Stadtbücherei wurde dieses Zusammenspiel zu einer Melange aus Wort und Ton, wie man sie sich eindringlicher nicht hätte wünschen können. Die meisten Zuhörer entschwebten bereits nach kurzer Zeit in diesen Raum zwischen Tag und Nacht, schlossen die Augen und ließen sich einfach dahingleiten.

Schade, dass die Konzertlesung, die von der GEDOK Heidelberg in Kooperation mit der Stadtbücherei veranstaltet wurde, bereits nach einer knappen Stunde vorbei war. Gerne hätte man dem Schwebezustand zwischen Klang und (T)Raum länger gelauscht.

Info: Wiederholung am 24. November, 19 Uhr, im Historischen Ratssaal Speyer

Rhein-Neckar-Zeitung, Feuilleton, 2. November 2021

Hier ein kurzer Vorgeschmack (Videomitschnitt aus der Veranstaltung vom 29.10.2021):

Ein Nachhall (Rezension von Mircea Pop)

Sonja Viola Senghaus, Ein Nachhall, Gedichte AZUR Verlag, Mannheim, 2013,
107 Seiten

Sonja Viola Senghaus (Jahrgang 1948), die jetzt in Speyer lebt, ist Verfasserin zweier anderer Gedichtbände: „Licht-Flügel-Schatten“, 2002, und Sprachruder, 2010, und Herausgeberin der Lyrikanthologie „Sehnsuchtsblüten wirbeln durch die Luft“, die ebenfalls im AZUR Verlag erschienen ist.

Der jetzige Band enthält 73 Gedichte in 5 Zyklen: 1. „So viele Stimmen“ (15 Gedichte), II. „In engen Gassen tanzen sie“ (16 Gedichte), III. „Töne in Aufruhr“ (16 Gedichte), IV. „Einmal als die Halme sangen“
(10 Gedichte) und V. „Für zwei Stimmen“ (16 Gedichte). Es sind knappe Gedichte (von drei bis höchstens 16 Versen), in welchen die Dichterin verschiedene Themen behandelt. Sie ist beeindruckt von Malerei und klassischer Musik und schreibt einen „Choral“ (zur Symphonie Nr. 10 Romane Op. 73 Choral“ von Charles-Marie Widor), eine „Romanze (zur Symphonie Nr. 10 Romane Op. 73 „Cantilène“ von Charles-Marie Widor), das Gedicht „Sag‘ wo kommen all‘ die Klänge her“(zur Symphonie Nr. 1ß Romane Op. 73 Finale“ von Charles-Marie Widor) oder „Nicht nur für Trompete und Orgel“ (nach der Pastorale von Josef Rheinberger) oder „Die Nacht“ (zu Ulrich Leyendeckers „Mitternachtsmusik“), „Aufbrechen“ (zu Timo Jonko Herrmanns Sonatine für Gitarre und Harfe), aber auch zu Malerei: „Farben sprechen“ (nach „Eva“ von Dietlinde Stengelin, „Sommer“ (nach „Sommer“ von Dietlinde Stengelin), „Adam“ (nach „Adam, der Apfel“ von Dietlinde Stengelin. Das moderne Buchcover wurde von Dietlinde Stengelin entworfen.

„Das Leben wird in seiner ganzen Fülle zu fassen gesucht: im Wachen und Träumen, im Ankommen und Abschied nehmen, im Erlebnis der Musik“, schreibt Elisabeth Lichter in ihrem Vorwort zu diesem Buch.
Der Dichter und Verleger Oliver Roland meint: „Sonja Viola Senghaus ist Wort-(Er-)finderin und Wort-Schöpferin. Die Sehnsucht ist eines ihrer Themen, ein Thema, das schon das literarische Schaffen der Romantiker des 19. Jahrhunderts beeinflusste, ein Thema, das alle Menschen verbindet und doch wieder ganz individuell für jeden Menschen etwas anderes bedeutet.“
Zweifelsohne ist dies der beste Gedichtband von Sonja Viola Senghaus:
Zwei Kostproben: Die Sehnsucht / diese flatterhafte Möwe / nistet sich ein / in mein dünnes Hautgeflecht // Die Zweifel / diese wachsamen Hüter / hüllen mich ein / in ihr grobes Leinengewand.“ („Die Sehnsucht“) und „Im Spiegel des Baches / zittert das Gras / wie es unaufhörlich / seine Halme aufrichtet / und wieder hinablässt / im unfreiwilligen Spiel mit dem Wind“ („Herbstbild 3“).
Zum Ende kommen möchten wir mit den letzten Worten von Elisabeth Lichters „Vorwort“: „Immer neue Entdeckungen beim Lesen sind möglich, wenn man sich intensiv mit den Gedichtetn beschäftigt. Solche Leserinnen und Leser wünche ich ihnen.“

(aus: Mircea Pop: „Über Literatur und Geschichte Rumäniens im deutschsprachigen Raum“ – Colectia Opera Omnia -, Verlag TIPO Moldova, 2017

Ein Nachhall

Die Brücke – Forum für antirassistische Politik und Kultur, Nr. 2 / XXXIII.
Jahrgang Mai – August 2014, Heft Nr. 166 , ISSN 0931-9514

Sonja Viola Senghaus
Ein Nachhall
Gedichte. AZUR Verlag, Mannheim, 2013. 107 Seiten, 12,90 €

Sonja Viola Senghaus (Jahrgang 1948), die jetzt in Speyer lebt, ist Verfasserin zweier anderer Gedichtbände: „Licht-Flügel-Schatten“, 2002 und „Sprachruder“, 2010 und Herausgeberin der Lyrik-Anthologie „Sehnsuchtsblüten wirbeln durch die Luft“, die ebenfalls im AZUR Verlag erschienen ist.

Der jetzige Band enthält 73 Gedichte in 5 Zyklen:

I. „So viele Stimmen“ (15 Gedichte), 
II. „In engen Gassen tanzen sie“ (16 Gedichte)
III. „Töne in Aufruhr“ (16 Gedichte),
IV. „Einmal als die Halme sangen“ (10 Gedichte) und
V. „Für zwei Stimmen“ (16 Gedichte).

Es sind knappe Gedichte (von drei bis höchstens 16 Versen), in welchen die Dichterin verschiedene Themen behandelt. Sie ist beeindruckt von Malerei und klassischer Musik und schreibt einen „Choral“ (zur Symphonie Nr. 10 Romane, Op. 73 Choral“ von Charles-Marie Widor), eine „Romanze“ (zur Symphonie Nr. 10 Romane Op.73 „Cantilène“ von Charles-Marie Widor), das Gedicht „Sag‘ wo kommen all‘ die Klänge her“ (zur Symphonie Nr. 10 Romane Op.73 Finale“ von Charles-Marie Widor) oder „Nicht nur für Trompete und Orgel“ (nach der Pastorale von Josef Rheinberger) oder „Die Nacht“ (zu Ulrich Leyendeckers „Mitternachtsmusik“), „Aufbrechen“ (zu Timo Jonko Herrmanns Sonatine für Gitarre und Harfe), aber auch zu Malerei: „Farben sprechen“ (nach „Eva“ von Dietlinde Stengelin), „Sommer“ (nach „Sommer“ von Dietlinde Stengelin), „Adam“ (nach „Adam, der Apfel“) von Dietlinde Stengelin.

Das moderne Buchcover wurde von Dietlinde Stengelin entworfen.
„Das Leben wird in seiner ganzen Fülle zu fassen gesucht: im Wachen und Träumen, im Ankommen und Abschied nehmen, im Erlebnis der Musik“, schreibt Elisabeth Lichter in ihrem Vorwort zu diesem Buch.

Der Dichter und Verleger Oliver Roland meint: „Sonja Viola Senghaus ist Wort-(Er-)finderin und Wort-Schöpferin. Die Sehnsucht ist eines ihrer Themen, ein Thema, das schon das literarische Schaffen der Romantiker des 19. Jahrhunderte beeinflusste, ein Thema, das alle Menschen verbindet und doch wieder ganz individuell für jeden Menschen etwas anderes bedeutet.“

Zweifelsohne ist dies der beste Gedichtband von Sonja Viola Senghaus.

Zwei Kostproben:

„Die Sehnsucht / diese flatterhafte Möwe / nistet sich ein / in mein dünnes Hautgeflecht //
Die Zweifel / diese wachsamen Hüter / hüllen mich ein / in ihr grobes Leinengewand“. („Die Sehnsucht“) und „Im Spiegel des Baches / zittert das Gras / wie es unaufhörlich / seine Halme aufrichtet / und wieder hinablässt / im unfreiwilligen Spiel mit dem Wind“ („Herbstbild 3“).

Zum Ende kommen möchten wir mit den letzten Worten von Elisabeth Lichters „Vorwort“: „Immer neue Entdeckungen beim Lesen sind möglich, wenn man sich intensiv mit den Gedichten beschäftigt. Solche Leserinnen und Leser wünsche ich ihnen.“

Mircea M. Pop

Ein Nachhall (Rezension aus der Rheinpfalz)

Ein Nachhall von Sonja Viola Senghaus

Rheinpfalz,  Kultur regional, Dienstag, 16. April 2013

Lyrik: Sonja Viola Senghaus legt dritten Band vor

„Ein Nachhall“: So heißt der dritte Lyrikband der Speyerer Autorin Sonja Viola Senghaus. In 73 Gedichten, die in fünf inhaltliche Gruppen gegliedert sind, finden Erfahrungen der Speyererin mit Umwelt, Gesellschaft und Mitmenschen ihren Niederschlag.

Dabei dokumentiert das rund 100 Seiten starke Buch nicht zuletzt eine befruchtende künstlerische Zusammenarbeit: Im Frühjahr 2010 waren sich Senghaus und die Malerin Dietlinde Stengelin im Speyerer Purrmann-Haus begegnet. Mit ihren Gedichten begleitete die Autorin im vergangenen Jahr Stengelins Ausstellung in Langenargen am Bodensee. Nun gestaltete die Malerin das Buchcover von „Ein Nachhall“. Stets laden Senghaus’ manchmal nur einige Zeilen lange Gedichte ihre Leser zu neuen individuellen Entdeckungen ein.

lesezeichen
Sonja Viola Senghaus: „Ein Nachhall“,
erschienen im Azur-Verlag, Mannheim
2013, 12,90 Euro

 

sehnsuchtsblüten wirbeln durch die luft

5.0 von 5 Sternen Wow,  20. Dezember 2011 von Sieglind (Hamburg) – Rezension bezieht sich auf:

sehnsuchtsblüten wirbeln durch die luft: Anthologie für Lyrik (Taschenbuch)
ich war sprachlos, dieses Buch entführt jeden, wirklich jeden Menschen. Es verführt einen regelrecht, die Sprache, das Gefühl und die Gedanken der Autoren. Man fühlt sich geborgen und erlebt durch den Mix an Wortexperimenten immer etwas Neues. Leichte Worte verbinden sich mit lyrischen Begebenheiten und lassen ein Feuerwerk an Neugier und sich mal zurücklehnen frei.

Lyrik, ein Werk das mich tief bewegt hat und das ich mir immer wieder gern zur Hand nehme.

Ein Muss für alle Lyrikfans.

Rezension „Sprachruder“

Rezension „Sprachruder“ – Gedichte von Sonja Viola Senghaus

„Sprachruder“ so heißt der neue Gedichtband von Sonja Viola Senghaus. Welch wunderbare Metapher dafür, dass die Autorin auf dem Meer der Wörter ihre Bahnen zieht, dort das Netz auswirft, nach den treffenden Wörtern zur Beschreibung elementarer Themen des Menschseins fischend, diese lyrisch formt, Wortskizzen malend. Gerudert wird häufig gegen den Strom, „aufbrechen in ungewohnte Textformen“ – wie Viola Senghaus es selbst formuliert – reflektierend über ihr eigenes „dem Schreiben ausgesetzt sein“.

Lebensklug und einfühlsam kommt dieses Bändchen daher, meditierend über Werden und Vergehen, Aufbruch und Erwachen, Traum und Erinnerung. Viola Senghaus’ Lyrik berührt die großen Fragen menschlichen Seins, beschäftigt sich mit der Suche nach sich selbst ebenso wie mit politischen Themen oder dem gesellschaftlichen Frauenbild.

Die Autorin formuliert auf den Punkt, manchmal humorvoll, immer feinsinnig, nachdenklich, auch melancholisch. Ihr Sprachruder zieht fließend seine Bahnen.

Dieser Lyrikband ist auch ein Abschied Viola Senghaus’ von ihrem Mann, dessen wunderbare Schwarz-Weiß Fotografien die Gedichte illustrieren. Die Fertigstellung des Buchprojekts konnte er selbst nicht mehr miterleben.

Das Bändchen sei jedem wärmstens empfohlen, der ein besonderes Geschenk für einen lieben Freund sucht.

(Angelika Gutsche)